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Theater - Körperarbeit für Schauspieler
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Räuber: Theater Phönix, Linz  Foto: Christian Herzenberger

Was leistet Körperarbeit im Theater?

  • Aufspüren und Erforschen der im Stück enthaltenen (Bewegungs-)Qualitäten und Stimmungen
  • Improvisatorischer Umgang mit der Rolle, dem Raum und den Szenen
  • Erweiterung des Bewegungspotentials, der Beweglichkeit und der körperlichen Ausdrucksfähigkeit
  • Kennenlernen körpertechnischer Ansätze zur Rollendarstellung
  • Atem-, Stimm- und Körperbewusstsein Übungen
  • Schaffung einer Atmosphäre, die die Zusammenarbeit mit den KollegeInnen, das Sich-aufeinander-Beziehen und Einlassen fördert.

Körperarbeit bietet sich besonders dann an,

  • wenn in einer Produktion körpertechnisch neue oder schwierige Darstellungs-möglichkeiten gesucht werden.
  • wenn ein herausfordernder Raum oder spezielles Material in die Bewegungsabläufe des Spiels eingebunden sein soll.
  • wenn das Bewegungsrepertoire des Ensembles neue Impulse und Entwicklungen bekommen soll; bekannte Muster bewusst gemacht, aufgebrochen und erweitert werden sollen.
  • wenn rhythmische Sprechsequenzen durch körperlichen Ausdruck unterstützt sein soll.

Einsatz und Ziel

Körperarbeit kann im Rahmen einer Produktion in unterschiedlicher Dichte und Zielsetzung eingesetzt werden.
Erfahrungsgemäß eignet sich der Einsatz von Körperarbeit vor allem zu Beginn und zu Ende der Probenzeit.

Ich arbeite u.a. mit Techniken aus Release, Yoga, Feldenkrais, contemporary dance, Kontaktimprovisation, versch. Atemtechniken, sowie teilweise mit Musik, Stimmeinsatz und Materialien. Die Einheiten können je nach inhaltlicher Arbeit auf der Bühne (Probebühne) oder in einem ausreichend großen Raum stattfinden. Bewegungskleidung und Decken sind erforderlich.


•  Statements
Bettina_Rehm: Bettina Rehm Regisseurin; Zusammenarbeit mit Regina Eva Hofbaur 1999, Theater Phönix, Linz; "Die Nashörner" von Ionesco

In der Zusammenarbeit mit Frau Hofbaur möchte ich vor allem ihren hohen Grad an Professionalität und Sensibilität herausstreichen, mit der sie die Produktion begleitet und bereichert hat.
Die Körperarbeit war dahingehend unterstützend, als sie die Schauspieler für die Arbeit durchlässig gemacht und für die Rolle geöffnet hat. Frau Hofbaur schaffte es, den Schauspielern auf der körperlichen Ebene Halt und Mut, sowie Vertrauen in sich selber im Experimentieren mit Ungewohntem und Neuem zu geben.
Auch in der Regiearbeit war sie mir eine kompetente Gesprächspartnerin, die den Entwicklungsprozess und die Bewegungsregie mit vielen Ideen und hilfreichen Reflexionen unterstützte.
Ich habe die Körperarbeit zum Teil selber mitgemacht und war überrascht über die Wirkung, die diese Art der Arbeit auf uns alle hatte. Das gemeinsame körperliche Tun schaffte Beziehung und Vertrautheit innerhalb der Gruppe und ermöglichte das rasche Abbauen von störenden Spannungen.
Aufgrund dieser Erfahrung kann ich nur empfehlen, als Regisseur selber mitzumachen, sich dann aber rechzeitig zum Beobachten zurückzuziehen, um die in den Improvisationen entstehenden Bewegungen als Anregungen und Ideen für die Probenarbeit später wieder aufnehmen zu können.

Saarbrücken am 23. März 2001


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